Dienstag, 7. Juni 2016

Service-Wüste Deutschland oder warum mein Puls von 0 auf 180 geht



Die meisten Frauen und auch einige Männer, stehen ja total auf shoppen. Ich gehöre dazu, zumindest wenn es um online Shopping geht. Da ich aber auch berufstätig bin (muss das Geld ja schließlich auch wieder rein holen nech?), bin ich natürlich nicht immer zu Hause, wenn der „nette“ Postmann (egal ob DPD, Hermes, UPS oder DHL) klingelt. 

Ich habe eigentlich recht nette Nachbarn (also die meisten), die für mich mal ein Paket entgegennehmen. Was ich anders herum natürlich auch mache, wenn ich mal frei habe. Natürlich kann es auch passieren, dass ich und auch kein Nachbar da ist. So landet dann mitunter mal eine Abholkarte in meinem Briefkasten. Schön und gut, dann geht man halt zu seiner Filiale und holt mit diesem schicken Schein sein Paket/Päckchen oder Einschreiben ab. 

So geschehen letzte Woche…vermeintlich! Ich wusste schon, dass unsere Hauptpost derzeit eher eingeschränkte Öffnungszeiten hat. Diese sind allerdings nirgends zu finden. Weder hat man sie in der Zeitung veröffentlicht, noch stehen sie bei der Post selber. Dort sind nur die regulären Öffnungszeiten Mo – Fr 9-18 Uhr und samstags auch ab 9 Uhr, da weiß ich gerade nicht wie lang. Nun denn, da ich ja zu der arbeitenden Bevölkerung gehöre, bin ich nach der Arbeit also zur Hauptpost gefahren (ca. 16:30 Uhr – Feierabendverkehr, man kennt das ja). Und was sehe ich? Die Rollladen sind unten, die Post hat zu. Gut, denke ich mir. Kann ja mal sein das aufgrund von Krankheit oder so die Post eher zumacht. Zettel an der Tür? Fehlanzeige. Dort hängt nur: kurzzeitig geschlossen, bitte wenden Sie sich an die Filiale XY. Ähm, wie soll das gehen, wenn ich mein Paket aber genau hier abholen soll? Nun ja, zweiter Versuch am nächsten Tag. Ich durfte etwas früher gehen, war also früher bei der Post (ca. 15:30 Uhr). Und was ist? Rollladen unten, Post hast zu. *schnaub* Freude oh Freude! Meine Begeisterung hielt sich dezent in Grenzen, mein Blut war schon am Siedepunkt.

Aber was blieb mir anders übrig, als Samstagmorgen früh aufzustehen um zur Post zu fahren. Ich gesellte mich also um 20 vor 9 zu anderen Wartenden (immerhin war ich die 2. In der Schlange! Yeah!) und überbrückte die Zeit mit mir unbekannten, aber netten Menschen. Um kurz vor 9 wurden dann alle unruhig, die Schlange wurde immer länger und alle waren gespannt. Um Punkt 9 Uhr – ihr glaubt es oder nicht, tat sich – NICHTS! Nun ja, jede Uhr geht bekanntlich anders. Aber als um 10 nach 9 die Rollladen noch immer geschlossen waren, war ich kurz davor zu explodieren. Erst steh ich 2 Mal vor „schon“ geschlossener Tür und am 3. Tag vor „noch“ geschlossener“ Tür. Kommentare wie: „Ach ich warte bis 10 Uhr – da machen die auch manchmal erst auf.“, machten es nicht wirklich besser. Woher sollte ich sicher sein, dass sie dann wirklich aufmachten?? Ich war schon auf der Suche nach Benzin und Feuerzeug! Wie unverschämt ist es, seine Kunden vor verschlossener Tür stehen zu lassen? Ohne Ankündigung, ohne Hinweis? Die Schlange war mittlerweile bis zur Straße und sämtliche Leute waren sauer. 

Mein kleines Päckchen lag nun schon seit Montag, also geschlagene 6 Tage bei der Hauptpost, die ungemein freundliche Arbeitszeiten gegenüber der arbeitenden Bevölkerung hat. Zum Glück habe ich eine furchtbar liebe und tolle Mama, die sich am Montag erbarmt hat, FRÜH zur Post zu fahren um meinen Schein einzulösen. Aber das kann doch nicht der Sinn der Sache sein. Und warum hat die Post so früh zu? Angeblich weil so viele krank sind. Stimmt aber gar nicht! Die Zeitung schreibt, dass sie einfach Stellen kürzen und die Leute in Rente schicken. Auch nett, gell? Sowas nennt man dann „Dienstleister“. 

Aber nicht nur mit der Post und DHL hatte ich schon mehr als einmal Ärger. Auch DPD ist so ein Kandidat, der mich Nerven gekostet hat. Indem ich zu Hause brav auf ein Paket warte, die Sendungsverfolgung am PC offen habe und plötzlich sehe, dass es zugestellt ist. Mein fragendes Gesicht kann man sich sicherlich vorstellen. Angeblich beim Nachbarn abgeliefert – aber warum? Ich war ja zu Hause! Nachdem auch nach 3 Stunden kein Paket bei mir angekommen ist, bin ich zu besagten Nachbarn hin und hab gefragt. Aber da war es nicht. 

Nach fast 4 Stunden kam dann die Nachbarin von der Arbeit – und was soll ich sagen, sie hatte mein Paket dabei! Der Bote hatte glatt behauptet, ich wäre nicht zu Hause gewesen. Eine glatte Lüge also! Und das nicht nur bei mir, sondern auch bei meinen Eltern. Väterchen flitzt nach unten, sieht den Boten ins Auto einsteigen und hält ihn gerade noch auf. „Ich hab geklingelt, du hast nicht aufgemacht“ – wieder eine glatte Lüge. Paket wurde beim Nachbarn abgegeben. Logisch, Erdgeschoss. ;-) Bei meinen Eltern 2. Etage.

Da fragt man sich doch, warum diese Leute so „hoch motiviert“ bei der Arbeit sind…


1 Kommentar:

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